(dpa/bsk-pr) Der Behindertenverband Brandenburg hat seinen Negativpreis «Betonkopf» der Stadt Lübben verliehen. Der Ort im Landkreis Dahme-Spreewald erhalte den «Betonkopf» für die Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen nach der Sanierung der Außenfassade des Schlossturmes, teilte der Verband am Montag in Potsdam mit. Im Schlossturm befinde sich auch das Eheschließungszimmer und der als städtischer Konzert-, Ausstellungs- und Veranstaltungsort genutzte Wappensaal mit 180 Plätzen. «Rollstuhlfahrer können diesen dank einer halb gewendelten Sandsteintreppe nicht erreichen», hieß es.
Die Sanierung sei seit Jahren geplant gewesen und man habe früh einen barrierefreien Zugang zum Wappensaal gefordert. Vorschläge seien unterbreitet, verworfen, ergänzt und überarbeitet worden - aber nichts sei geschehen. «Wenn Menschen mit Mobilitätseinschränkungen heute Buchlesungen, Konzerte und Ausstellungen nicht besuchen können, dann haben die Verantwortlichen das bewusst in Kauf genommen», teilte der Verband mit. Die Stadt Lübben habe mit der Ablehnung eines Fahrstuhleinbaus einer möglichen Entscheidung durch die Untere Denkmalschutzbehörde vorgegriffen.
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