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Paralympics-Chef Craven: "Auf einem guten Weg"

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(dpa/bsk-pr) Sir Philip Craven, Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), ist überzeugt, dass die X. Winterspiele der Behindertensportler in Vancouver (12. bis 21. März) Nachhaltigkeit generieren werden. «Alles ist vorzüglich im Plan. Vancouver und Whistler sind großartige Städte. Ich bin sicher: Diese Spiele werden ein dauerhaftes Erbe haben», sagte der 59 Jahre alte Brite in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Wir sind generell auf einem guten Weg», ergänzte er.

Ist bei den Winter-Paralympics an eine Ausweitung der Sportarten gedacht? Welche sollen eventuell hinzukommen? Was ist noch denkbar?

Craven: «Ganz klar: Es gibt die Möglichkeit, mehr Sportarten und Disziplinen zu integrieren. Aber diese Sportarten müssen gewisse Kriterien erfüllen wie eine hohe Verbreitung weltweit und Regelmäßigkeit. Snowboard ist beispielsweise eine der Sportarten, die hinzukommen könnten.»

Sollte die Anzahl der Athleten beschränkt werden?

Craven: «Die Größe der nationalen Delegationen für die Paralympics richtet sich nach bestimmten Qualifikationsvorgaben, die jeweils für die einzelnen Spiele gelten, und ist somit festgelegt. Diese Kriterien werden immer neu erstellt und rechtzeitig allen nationalen Dachorganisationen zugänglich gemacht.»

Ist die Zeit zwischen dem Ende der Olympischen Spiele und den Paralympics nicht zu knapp?

Craven: «Jedes Organisationskomitee hat den besten Überblick, wie viel Zeit es für die Vorbereitung benötigt. Und bisher war die Planung jedes Mal ausreichend. Hier in Vancouver und Whistler ist alles vorzüglich im Plan.»

Die Vermarktung und die fernsehgerechte Darstellung des Sports sind zentrale Themen, was die Finanzierung der Paralympics angeht. Ist das IPC derzeit mit Beidem zufrieden?

Craven: «Es gibt in diesem Segment definitiv eine positive Entwicklung. Für die Spiele in Vancouver zum Beispiel stehen alle Top-Partner des Internationalen Olympischen Komitees auch den Paralympics als nationale Partner zur Seite. Auch für London 2012 und Sotschi 2014 gibt es bereits gute und engagierte Sponsoren.»

Ein schwieriges Feld ist Doping. Vor den Olympischen Spielen wurden 30 Sportler aus dem Verkehr gezogen. Ist Ähnliches auch vor den Paralympics zu erwarten?

Craven: «Das IPC pflegt eine sehr enge Zusammenarbeit mit der Welt- Anti-Doping-Agentur. Aufklärung im Bereich Anti-Doping spielt hier eine große Rolle. Betrüger, sofern es denn welche geben sollte, werden überführt und bestraft. In Turin 2006 hatten wir keinen einzigen Dopingfall. Das erhoffen wir uns natürlich auch für Vancouver. Wir gehen von 425 Dopingtests aus, auf Urin, Blut und Erythropoetin.»

Sind die Paralympics von der Zahl der startenden Athleten her nicht zu klein, um beispielsweise im Bereich Vermarktung höhere Summe erlösen zu können?

Craven: «Seit den Anfängen 1948 haben sich unsere Spiele stark entwickelt. In Peking hatten wir mit 3951 Sportlern aus 146 Ländern mehr Teilnehmer als jemals zuvor. Die Spiele in China wurden in mehr als 80 Ländern via Fernsehen übertragen. Und auch die Vancouver- Paralympics werden mit den erwarteten 540 Athleten aus etwa 44 Ländern Rekordzahlen aufweisen. Wir sind generell auf einem guten Weg und werden uns weiterentwickeln.»

Wie sieht die Zukunft der Paralympics in Sommer und Winter aus? Sind sie dauerhaft gesichert?

Craven: «Das IPC arbeitet ständig daran, seine Strukturen und Strategien zu verbessern. Unsere generelle Vision ist es, den Athleten bei unseren Spielen exzellenten Sport zu ermöglichen und weltweit großes Interesse zu generieren. Das wollen und werden wir ausbauen und das Bewusstsein für den paralympischen Sport und die paralympische Bewegung weiter schärfen. Ich bin überzeugt: Zusammen mit unseren Partnern werden wir auch in Zukunft erfolgreiche Paralympics haben. Wir pflegen eine sehr gute und enge Zusammenarbeit mit dem IOC, und der geschlossene Vertrag läuft bis 2018. Im Anschluss an die Spiele von Vancouver werden wir weitere Optionen und Möglichkeiten diskutieren.»

Interview: Dietmar Fuchs und Martin Kloth