
(ddp-lsc/bsk-pr) Behindertenverbände haben den mangelhaften Winterdienst nach den heftigen Schneefällen der vergangenen Tage kritisiert. «Es ist eine Katastrophe», sagte der Vorsitzende des Landesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter Sachsen, Dr. Peter Münzberg, am Dienstag in Dresden in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp.
Für Rollstuhlfahrer gebe es so gut wie kein Durchkommen. Hauseingänge und Fußwege seien zwar geräumt, aber meist sei der Weg zu schmal und der Untergrund zu glatt, als dass ein Rollstuhl da durchkäme. «Man steht völlig allein da», sagte Dr. Münzberg.
Zudem könnten Rollstuhlfahrer durch den aufgetürmten Schnee am Straßenrand die Bordsteinabsenkungen nicht mehr sehen. Gleiches gelte für Straßenbahnhaltestellen. «Ich weiß gar nicht, wo ich lang fahren soll», sagte Münzberg. Er habe kein Problem damit, wenn er mal einen Tag lang wegen Schneefalls die Wohnung nicht verlassen könne, «aber seit Tagen hat es in Dresden nicht mehr geschneit, und es ist immer noch nichts vernünftig geräumt», kritisierte Dr. Münzberg. Irgendwann müsse auch ein Rollstuhlfahrer mal wieder vor die Tür und einkaufen.
Hilfsmittelhersteller beziehen Bereifungen für Rollatoren und Rollstühle wegen der niedrigen Herstellerpreise hauptsächlich aus Ostasien. Diese Bereifungen gleichen den Sommerbereifungen der Pkw, d. h. sie haben nur wenig Profil und sind extrem glatt, so dass Rollatoren oder Rollstühle schon bei Nässe kaum in der Spur zu halten sind.
Dr. Peter Münzberg hat bereits anlässlich der Leipziger Reha-Messe im Mai 2008 mit verschiedenen Hilfsmittelhersteller Gespräche geführt, in denen sie erklärten, dass bei den Preisvorgaben der Krankenkassen keine bessere Qualität - auch nicht bei Bereifungen – geliefert werden könne.
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