(DBT/bsk/iwi-LSKS/mbg/um) – Während die Zahl der Zivildienstleistenden von mehr als 119.000 im Jahr 2000 auf fast 63.500 im Jahr 2008 gesunken ist und sich damit in etwa halbierte, sank im gleichen Zeitraum die Zahl der Stellen im Bundesamt für den Zivildienst nur von 1.119 auf 872. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/ Die Grünen hervor. Die Regierung weist jedoch gleichzeitig darauf hin, dass bis zum Jahr 2004 "eine erhebliche Anzahl von Aushilfskräften" beim BAZ beschäftigt gewesen sei.
Ein Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Umsetzung der im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und FDP vereinbarten Verkürzung der Dauer des Grundwehrdienstes auf sechs Monate werde derzeit vorbereitet, heißt es in der Antwort der Bundesregierung. Laut Fragesteller hat dies "Konsequenzen für den von der Wehrpflicht abgeleiteten Zivildienst“, auf den zahlreiche Fragen von Bündnis 90/ Die Grünen abzielen. Ob der Zivildienst zum 1. Januar 2011 analog und zeitgleich zum Wehrdienst verkürzt werden soll, lässt die Bundesregierung jedoch offen.
”Die Beantwortung der Frage durch die Bundesregierung ist erst nach Abschluss der derzeitigen Überlegungen möglich“, heißt es in der Antwort. Eine grundsätzliche Überprüfung der Wehrpflicht und des Zivildienstes hält die Regierung nicht für notwendig. Der Koalitionsvertrag halte ”im Grundsatz an der allgemeinen Wehrpflicht und am Zivildienst als Wehrersatzdienst fest“, heißt es weiter, ”die Bundesregierung sieht deshalb keinen Anlass, eine grundsätzliche Überprüfung der Wehrpflicht und des Zivildienstes vorzunehmen.“
Unabhängig vom taktischen Geplänkel dürfte jedoch feststehen, dass die Zivildienstdauer analog zum Wehrdienst auf sechs Monate verkürzt und die Anzahl der Zivis weiter sinken wird. Damit sind stabile, längerfristig bereitstellbare soziale Leistungen auf Basis des Einsatzes von Zivildienstleistenden nicht mehr realisierbar.
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