Rehacare 2009

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Rehacare 2009

Rollstuhl mit Arm - Reha-Messe in Düsseldorf

Rolli mit Roboterarm

Düsseldorf (dpa/bsk-um) - Der Rollstuhl mit einem integriertem Roboter-Arm liest die Wünsche seines Benutzers von den Augen ab. «Friend» (Freund) heißt der Assistenzroboter, den das Institut für Automatisierungstechnik (IAT) der Universität Bremen entwickelt hat. Am Mittwoch wurde das neuartige Gefährt bei der Messe Rehacare in Düsseldorf vorgestellt. Der Roboterarm soll Querschnittsgelähmten eine gewisse Unabhängigkeit im Privat- und Berufsleben ermöglichen. Der Roboterarm führt komplexe Aufgaben autonom aus, lässt sich aber auch durch den Benutzer direkt steuern beispielsweise durch Augenbewegungen oder über Hirnsignale.

Eine weitere Messe-Neuheit ist die Kombination eines batteriebetriebenen Autos mit einem Rollstuhl. Es erlaubt Rollstuhlfahrern, bequem und vor Wind und Wetter geschützt mit maximal Tempo 45 Ausflüge zu unternehmen. Die Reichweite beträgt bis zu 120 Kilometer - je nach  Straßenbeschaffenheit und Wetterbedingungen.

Elektro-Mobil für rollis

Der Rollstuhlfahrer fährt eigenständig durch die Hecktür in das Gefährt hinein, dockt sich an und schon kann es losgehen. Um die Batterien wieder aufzuladen, braucht es sechs bis acht Stunden. Der «Cruiser» bietet mit rund zwei Metern Länge und 1,50 Breite Platz für einen Rollstuhlfahrer. Der Fahrer braucht für das «Vierrad-Moped», so ist der Cruiser qualifiziert, einen Führerschein.

«Glider» wird ein Cross-Trainer genannt, der sich in seinen Grundfunktionen an ein bekanntes Fitnessgerät anlehnt. Er wurde für Rollstuhlfahrer entwickelt. Im Unterschied zum herkömmlichen Cross-Trainer führt der «Glider» seinen Nutzer hydraulisch aus der Sitzposition in einen gesicherten und vollkommen gestreckten Stand. Dann werden die Beine fixiert und über Bewegungen der Arme muskelstärkende Beinbewegungen ausgelöst.

Stummen und motorisch eingeschränkten Menschen schenken die elektronischen Kommunikationshilfen TOBII C8 und C 12 große Unabhängigkeit. Über 10 000 Symbole und viele vordefinierte Benutzeroberflächen helfen dabei, mit Anderen zu kommunizieren. Das Gerät basiert auf dem Freiburger Symbolvokabular «Sono Lexis» und einem Anwenderprogramm für Nutzer von Schriftsprache, genannt «Sono-Key».

Eine integrierte Umfeldsteuerung ermöglicht die zentrale Bedienung von infrarotgesteuerten Geräten wie z.B. Hi-Fi, TV, Licht und vieles mehr. Optionale Verbindungen per Wireless LAN, Bluetooth und sogar ein voll nutzbares eingebautes Mobiltelefon sorgen für ein breites Spektrum an Kommunikationsmöglichkeiten: E-Mail, Instant Messaging, SMS oder Telefon. Als Extras gibt es eine integrierte Kamera und Fingerführungen für das berührungsempfindliche Display.

Tobii C12, das größere der beiden sonst identischen C-Geräte, ist mit der Augen-Steuerung Tobii CEye ausgestattet, über die sich alle Funktionen des Geräts mit Blicken steuern lassen. Die integrierte künstliche Stimme macht die Kommunikation der «stimmlosen Menschen» mit Familie, Freunden und bekannten möglich. Bis Samstag können diese und andere Hilfsmittel aus dem In- und Ausland bei Europas größter Messe für Menschen mit Behinderungen in Düsseldorf getestet werden.

Von Keyvan Dahesch, dpa