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SPD fordert frühere Integration von Behinderten

(dpa/bsk-pr) Die SPD fordert, behinderte und nichtbehinderte Kinder künftig immer gemeinsam in Kitas und Schulen zu schicken. «Vielen ist nicht bewusst, dass Deutschland hierbei europaweit ein Schlusslicht ist», sagte Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag in Berlin. Nur rund 15 Prozent der behinderten Kinder würden in Deutschland gemeinsam mit Nichtbehinderten unterrichtet. Nachbarländer könnten Quoten von bis zu 90 Prozent vorweisen, sagte die Bundesbeauftragte für Behinderte Karin Evers-Meyer (SPD). 

Evers-Meyer, Schwesig und die SPD-Vizevorsitzende Andrea Nahles stellten einen Aufruf für mehr Gleichberechtigung von Behinderten und Nichtbehinderten vor. Sie sind im Wahlkampfteam von SPD- Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier für die Themen Behinderte, Familien und Bildung zuständig. Ihre «Unterstützerinitiative» haben unter anderem Musiker Peter Maffay und Sozialverbandspräsident Adolf Bauer unterzeichnet.

«Wir wollen eine integrale und integrierte Bildungsförderung in Deutschland», sagte Nahles. Die Finanzlöcher in den öffentlichen Haushalten seien kein Argument gegen mehr Investitionen in die gemeinsame Bildung. «Wenn ich jetzt die gemeinsame Bildung finanziere, muss ich das nicht später teuer nachholen», sagte Schwesig.

Die Politikerinnen verwiesen auf eine von Deutschland ratifizierte UN-Konvention. Diese fordert, mindestens 90 Prozent der behinderten Kinder müssten gemeinsam mit Nichtbehinderten unterrichtet werden. Derzeit werden in Deutschland rund 500 000 behinderte Kinder zumeist in Sonderschulen unterrichtet.