
(hewi/bsk-pr) Mit der Entscheidung der Landesregierung Schleswig-Holstein, Bahnstrecken im Netz Nord künftig von der DB-Regionalbahn und nicht mehr von der Nord-Ostsee-Bahn befahren zu lassen, droht für 70 bis 90 Bahnmitarbeiter die Entlassung. Darüber hinaus rollt der barrierefreie ÖPNV in dieser Region auf das Abstellgleis. Der Grund: Hochflurzüge der Regionalbahn sind für Rollstuhlfahrer nicht benutzbar. Die Vorsitzende der BSK-Landesvertretung Schleswig Holstein und ÖPNV-Expertin im BSK, Heike Witsch, ruft alle Betroffenen zur Teilnahme an einer Demonstration auf. Hier der Aufruf:
Mobilitätseingeschränkte Fahrgäste, die häufig den öffentlichen Personennahverkehr auf der Schiene nutzen, haben während der letzten Jahre die zunehmende (wenn auch noch nicht vollständige) Barrierefreiheit als erste Schritte der Landesregierung zum Ausbau der Teilhabe behinderter Menschen am öffentlichen Leben gewertet. Durch den Wettbewerb der unterschiedlichsten Eisenbahnverkehrsunternehmen und damit den Abbau der vorherigen Monopolstellung eines bundeseigenen Konzerns wurde der Anteil der Niederflurfahrzeuge ständig erhöht und damit die Mobilität behinderter Menschen ausgebaut. Die nicht bundeseigenen Verkehrsunternehmen haben mit viel Engagement – insbesondere auch gegenüber der Zielgruppe behinderter Fahrgäste – ihren Service ständig verbessert ( z.B. Fahrt ohne Anmeldung, Streckenpläne für Sehbehinderte und Blinde usw.) Das Unternehmen Nord-Ostsee-Bahn wuchs von 35 Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen im Jahr 2000 auf 253 Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen im Jahr 2009. Zahlreiche dieser Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen wurden mit Hilfe von Steuergeldern des Landes zu Zugbegleitern, Lokführern usw. ausgebildet. Durch die Entscheidung der Landesregierung nach Ausschreibung im Netz Nord werden die Strecken Kiel-Husum, Husum- St.Peter-Ording und Kiel-Eckernförde ab
Dezember 2011 von der DB-Regionalbahn befahren und nicht mehr von der Nord-Ostsee-Bahn. Das bedeutet, dass ca. 70 bis 90 der Mitarbeiter/ Mitarbeiterinnen wieder entlassen werden müssen! 9 von der NOB ausgebildete Eisenbahner im Betriebsdienst und weitere Auszubildende im kaufmännischen Bereich die übernommen wurden stehen ebenfalls vor der drohenden Arbeitslosigkeit.
Wie rechtfertigt die Landesregierung dieses Vorgehen? Diese Frage wird sicher auch den Bund der Steuerzahler interessieren! Das vorherige Ziel der Landesregierung, durch den Wettbewerb Vielfalt unter den Anbietern von Leistungen im Nahverkehr zu fördern, ist mit der jetzt getroffenen Entscheidung weitgehend hinfällig geworden! Der bundeseigene Konzern DB gewinnt mehr und mehr eine Monopolstellung.
Damit droht dem barrierefreien ÖPNV ein Rückschritt um viele Jahre! Das selbst gesteckte Ziel der Landesregierung Schleswig-Holstein weiter voran zu bringen ist zumindest im barrierefreien ÖPNV stark gefährdet. Alle Rollstuhlfahrer/Innen , die immer wieder vor nicht barrierefreien Hochflurzügen statt der angekündigten Niederflurtriebwagen stehen, werden das bestätigen können.
Darum sollten wir die NOB am 5.8.09 um 10.30 Uhr auf dem Weg von der NOB-Zentrale in der Raiffeisenstraße 1 am Hauptbahnhof zum Landeshaus unterstützen! Insbesondere teilnahmeinteressierte RollstuhlfahrerInnen melden sich bitte bis Montag, 3.8.09, 20 Uhr, telefonisch unter 04871-708575 oder per E-Mail unter HeWi_bsk@web.de bei der BSK-Landesvertretung. Schiebehilfen für TeilnehmerInnen in handbetriebenen Rollstühlen wird durch die NOB zugesichert.
Auf rege Teilnahme hofft Heike Witsch, BSK-Landesvertretung S-H, BSK-Expertin ÖPNV,
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