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Buchvorstellung: „Verkehrsräume, Verkehrsanlagen und Verkehrsmittel barrierefrei gestalten.“

Auf die Zukunft vorbereitet sein

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(ms-rk/bsk-pr) „Sage mir etwas, und ich werde es vergessen. Zeige mir etwas, und ich werde es vielleicht behalten.“ Mit einem Zitat von Konfuzius eröffnete Roland König die Veranstaltung zur Buchvorstellung seines Leitfadens „Verkehrsräume, Verkehrsanlagen und Verkehrsmittel barrierefrei gestalten.“

80 Interessierte waren am Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen in die Buchhandlung Thalia gekommen, um sich bei der Lesung und der anschließenden Podiumsdiskussion über das neu erschienene Buch des Bauingenieurs und Sachverständigen für barrierefreies Planen und Bauen zu informieren. „Ich bin begeistert, dass dieses Thema so viel Zuspruch findet“, so König. Dass eine Lesung aus einem Sachbuch eher ungewöhnlich ist, betonte Michael Fecke. Umso erfreuter zeigte sich der Filialleiter der Thalia-Buchhandlung in der Oberen Königsstraße von der großen Besucherzahl. „Das ist sensationell.“

Sein mittlerweile zweites Werk bezeichnete der Autor selbst weniger als Leitfaden, denn als Tagebuch. „Erinnerungen und Begegnungen mit Menschen sind darin festgehalten.“ Der Mensch im Mittelpunkt – das ist der wesentliche Ansatz  im neuen Leitfaden. „Eine barrierefreie Verkehrsentwicklung zeichnet sich dadurch aus, dass der Mensch als Nutzer einer jeden Planüberlegung im Mittelpunkt steht. Räumliche, horizontale, ergonomische,  sensorische oder wie auch immer geartete Barrieren sind zu vermeiden.“ König weiß, wovon er spricht. Als Vater eines  mehrfach behinderten Sohnes kennt er die Probleme, die Menschen mit Behinderung im Straßenverkehr haben könnten. Vor fünf Jahren fielen dem Familienvater beim Passieren einer Baustelle die Defizite im Straßenverkehr auf. „Barrierefreie Kriterien wurden nicht berücksichtigt. Das war für mich Anlass, aktiv zu werden.“ Der neue Leitfaden ist daher auf seine ganz persönlichen Erfahrungen und die Kenntnisse seiner beruflichen Tätigkeit aufgebaut. Königs besonderes Anliegen ist die unbehinderte Mobilität unter Berücksichtigung aller Verkehrsteilnehmer. „Wir unterscheiden nicht nach Menschen mit oder ohne Handicap, sondern gehen von einer unbehinderten Mobilität für alle aus.“

Mobilität und Verkehrsteilnahme bildeten eine zentrale Voraussetzung für die eigenständige Lebensführung. „Soziale Aktivitäten sind oft räumlich voneinander getrennt, so dass räumliche Distanzen überwunden werden müssen.“ Unter Berücksichtigung der demografischen Veränderungen stelle sich die Frage, welcher Straßeninfrastrukturbedarf über das Jahr 2020 hinaus besteht. Insbesondere im Personenverkehr herrsche Unsicherheit über die Veränderung der individuellen Mobilität. „Es kommt nicht darauf an, die Zukunft vorauszusagen, sondern auf die Zukunft vorbereitet zu sein.“ Den Dialog anzupacken und Konzepte zur Gestaltung mit Rücksicht auf die demografische Entwicklung zu erarbeiten sei eine Herausforderung, der sich alle Städte und Kommunen stellen müssten. „Es gilt eine gebaute Umwelt zu schaffen, die keinen Nutzer ausschließt.“

Hintergrund: Roland König (57) ist Bauingenieur und öffentlich bestellter Sachverständiger für barrierefreies Planen und Bauen. 1998 gründete er ein Zentrum für barrierefreies Planen und Bauen. Dem aktuellen Werk ist ein Leitfaden zum barrierefreien Wohnungsbau vorausgegangen.