Tag der Begegnung

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Tag der Begegnung

30 000 Besucher beim Tag der Begegnung

(dpa/bsk-pr) Integration von Menschen mit Behinderungen in ganz Europa: Unter diesem Motto fand am Samstag im Archäologischen Park von Xanten der «Tag der Begegnung» statt. Rund 30 000 Besucher mit und ohne Handicap waren bei frühsommerlichen Temperaturen zum größten deutschen Integrationsfest an den Niederrhein gekommen. Das teilte der Landschaftsverband Rheinland (LVR/Köln) mit. Mehr als 200 Verbände, Einrichtungen und Initiativen stellten ihre Arbeit für ein barrierefreies und gleichberechtigtes Miteinander vor. Schirmherr der Veranstaltung war der Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, Karl-Heinz Lambertz.

Im kommenden Jahr soll der «Tag der Begegnung» Teil des Programms der Kulturhauptstadt Ruhr werden. LVR-Direktor Harry Voigtsberger kündigte an, dass das Integrationsfest am 27. Juni 2010 im Essener Grugapark stattfinden wird.

«Sich begegnen, sich kennenlernen, gemeinsam feiern und gemeinsam etwas unternehmen - so beginnt gesellschaftliche Integration», sagte der Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, Jürgen Wilhelm, laut einer Mitteilung. Die europäischen Länder hätten bei der Integration Behinderter unterschiedliche Sozialsysteme, Strukturen und Traditionen - mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen, sagte Voigtsberger. «Worauf es ankommt ist, sich über die Grenzen zu vernetzen und auszutauschen, voneinander zu lernen und sich miteinander weiter zu entwickeln.»

Bei der zwölften Auflage des Integrationsfestes wurde erstmals die Sportlerpersönlichkeit des vergangenen Jahres geehrt: Ausgezeichnet wurde Matthias Mester, Zweiter im Kugelstoßen bei den Paralympics in Peking. Sportlich betätigen konnten sich auch die Besucher: beim Boule-Turnier beispielsweise oder im Rollstuhlparcours. Auch der kulinarische Gaumenkitzel kannte keine Grenzen: Behinderte Menschen aus heilpädagogischen Einrichtungen bewirteten die Gäste mit Speisen verschiedener Länder. Als musikalisches Schmankerl präsentierte die Kölner Band Klee («Gold») ihren neuen Song «Wir halten zusammen», den sie extra für den «Tag der Begegnung» geschrieben hatte.

Im Jahr 1998 hatte der Landschaftsverband das Fest ins Leben gerufen, um Vorurteile und Barrieren im Umgang mit Behinderten abzubauen. Grund dafür war ein Gerichtsurteil, das Bewohnern einer Wohngruppe des LVR untersagte, zu bestimmten Zeiten in den Garten zu gehen. Nachbarn hatten sich über die Schreie und Rufe der sieben behinderten Bewohner gestört gefühlt, geklagt und Recht bekommen.