Dr. Ilja Seifert

1. Sieger
Barrierefreies Ehrenamt
powered by
barrierefrei.de

Dr. Ilja Seifert

Krautheimer Gespräche mit Dr. Ilja Seifert

Selbstvertretung für behinderte Menschen bei der LINKEN selbstverständlich

podium

(bsk-pr) Mit Dr. Ilja Seifert von der LINKEN war am Freitag, 20.März, ein weiterer Bundestagsabgeordneter zu Gast bei den Krautheimer Gesprächen.  Rund 70 Bewohner, Mitarbeiter und BSK-Vorstandsmitglieder folgten der Einladung des Bundesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. zur Teilnahme an der Diskussionsrunde im Eduard-Knoll-Wohnzentrum.

„Den Dialog mit behinderten Menschen an der Basis zu pflegen ist ein Ziel der Krautheimer Gespräche“ formulierte Karl Finke, BSK-Vorstandsmitglied und Moderator, die Bedeutung dieser regelmäßigen Veranstaltung des BSK.

Die Schwerpunktthemen der Veranstaltung waren die UN-Konvention und ihre Umsetzung, Stärkung der eigenständigen Lebensformen sowie die Definition des Pflegebedürftig-keitsbegriffes.

Dr. Ilja Seifert hob gleich zu Beginn hervor, dass durch die UN-Konvention zwar ein bedeutender Schritt in Richtung Teilhabe geschaffen wurde. Die Umgestaltung der Missstände müsse jedoch durch die Interessenvertreter der betroffenen Menschen erfolgen.

Um das zu erreichen sieht der behindertenpolitische Sprecher der LINKEN-Bundestagsfraktion nur eine Möglichkeit: „Wenn alle Behindertenverbände an einem Strang ziehen und sich nicht gegenseitig ausspielen lassen“.  Seifert appelliert an die betroffenen Menschen: „Wir sollten den Mut haben, die Gesellschaft zu fragen, was ist Euch unsere Teilhabe wert“.

Karl Finke sieht drei wichtige Handlungsfelder: „Die Umsetzung der gemeinsamen Beschulung, politische Teilhabe und ein Teilhabegesetz zur eigenständigen Lebensform behinderter Menschen“

Seifert erläuterte, was die LINKE unter Teilhabe versteht: „Selbstvertretung behinderter Menschen ist für uns in allen politischen Gremien selbstverständlich“.

Er warnte davor, dass die Behindertenverbände in Deutschland zu sehr an den Details behindertenpolitischer Fragen arbeiten. Vielmehr forderte er, nur großflächige Ziele anzustreben und zu definieren, das Menschen mit Behinderung einen Selbstvertretungsanspruch haben. Dem widersprach Verena Gotzes, BSK-Vorstandsmitglied: „Die Problematik in Bezug auf Barrierefreiheit muss von der Basis her aufgerollt werden und einheitlich und parteiunabhängig eingefordert werden“.

 Für BSK-Vorstandsmitglied Bernhard Endres, liegt das Problem in der Erreichbarkeit dieser Ziele: „Wir kommen hier seit Jahren nicht richtig weiter“. Und Seifert fügte hinzu:  „Unsere Kultur, uns auch mal auf der Straße zu zeigen und zu protestieren, lässt in den vergangenen Jahren zu wünschen übrig“.

„Die Bahn ist ja der Lieblingsgegner der gesamten Behindertenbewegung. Ich befürchte, dass es noch sehr lange dauern wird, bis die Züge für uns betroffene Menschen zum Beispiel durch fahrzeuggebundene Einstieghilfen uneingeschränkt nutzbar sind“, gab Seifert zu bedenken. Manuel Padilla-Sorg, Bewohner im Eduard-Knoll-Wohnzentrum, äußerte seine Unzufriedenheit über die Bahn, die nur stark frequentierte Bahnhöfe barrierefrei umbaut: „Ich finde die 1000-Fahrgäste-Regelung eine Katastrophe. Gerade hier im ländlichen Raum sind wir auf Mobilität angewiesen,  haben aber nur wenig Möglichkeiten mit dem Rollstuhl im Zug zu verreisen“.

Karl Finke appellierte an den Berliner Abgeordneten: „Wir hoffen, dass wir auch in Ihrer Partei einen Partner haben, der uns unterstützt. Wir werden deutlich machen, wo Handlungsbedarf und Aktionsfelder sind und unsere Aktionen in Deutschland gezielt danach ausrichten“.

gruppe karl finke manuel