(ms-sa/bsk-pr) Die Landesverbände der Pflegekassen haben in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Magdeburg und dem Harzkreis als kommunale Träger das Projekt „vernetzte Pflegeberatung“ gestartet.
Ziel des Projektes ist es, durch eine stärkere Vernetzung und Optimierung der Zusammenarbeit der bereits bestehenden Beratungsangebote von Kommunen und Pflegekassen eine unabhängige und kundenfreundliche Beratung für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen an zahlreichen wohnortnahen Standorten anzubieten.
Gesundheitsministerin Dr. Gerlinde Kuppe erklärte: „Kassen und Kommunen haben die Chance zu beweisen, dass eine Vernetzung ihrer vorhandenen Beratungsangebote möglich ist. Wichtig ist, dass die Beratung inhaltlich trägerunabhängig erfolgt und die Ratsuchenden auch unabhängig vom Wohnort einen umfassenden Service bekommen. Am Ende der Erprobungsphase werden wir wissen, ob für die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen unabhängig von ihrer Kassenzugehörigkeit und vom Wohnort ein echter Mehrwert entstanden ist und eine umfassende Beratung wirklich realisiert werden kann. Dann werden wir fundiert entscheiden können.“
Die Kooperationspartner betonen: „Die Informationen und Beratungen zur Pflegeversicherung sollen verbessert werden, dafür lohnt es sich die bereits bestehenden Ressourcen zu bündeln und zielgerichtet für den Pflegebedürftigen wohnortnah anzubieten.“
In den insgesamt 44 Beratungsstellen der Pflegekassen und Kommunen der beiden Modellregionen soll der Ratsuchende eine qualifizierte Beratung rund um das Thema Pflege erhalten. Bei Bedarf erfolgt von dort aus auch die Koordinierung aller notwendigen Maßnahmen und Angebote für eine wohnortnahe Versorgung und Betreuung.
Zur Überprüfung der gesetzten Ziele wird die vernetzte Pflegeberatung in den beiden Modellregionen über einen Zeitraum von einem halben Jahr wissenschaftlich bewertet. Diese Evaluation soll zeigen, ob die vernetzte Pflegeberatung den Ansprüchen des Gesetzgebers eine wohnortnahe, unabhängige und umfassende Beratung anzubieten, gerecht wird.
Zur Begleitung des Modellvorhabens hat sich ein Lenkungsgremium unter Beteiligung der Pflegekassen, der Modellregionen und des Sozialministeriums gebildet. Rechtliche Grundlage der Zusammenarbeit ist eine zwischen den Beteiligten geschlossene Kooperationsvereinbarung. Bei einem Erfolg des Modellprojektes und einer Zustimmung durch das Ministerium für Gesundheit und Soziales könnte die vernetzte Pflegeberatung in ganz Sachsen-Anhalt initiiert werden.
Hintergrund
Nach neuer Gesetzesregelung durch das Pflegeweiterentwicklungsgesetz werden zur wohnortnahen Beratung, Versorgung und Betreuung der Versicherten durch die Pflege- und Krankenkassen Pflegestützpunkte errichtet, sofern die zuständige oberste Landesbehörde dies bestimmt. Somit entscheidet also jedes Land selbst, ob und in welchem Umfang Pflegestützpunkte nach § 92c SGB XI aufgebaut werden. Die Landesverbände der Pflegekassen haben in Zusammenarbeit mit den Kommunen als eine zu testende mögliche Alternative zu Pflegestützpunkten das Konzept „vernetzte Pflegeberatung“ erarbeitet.
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