(lsksmbg) Am 21.01.2009 fand eine Beratung des Projektes "ÖPNV/SPNV für alle" mit Vertretern der Deutschen Bahn, DB Regio Südost statt. Teilnehmer waren Frau Rohne, Herr Martini und Herr Beckmann von der Seite der DB sowie Herr Dr. Münzberg als Projektverantwortlicher.
Beraten wurden u.a. der Stand der Realisierung des vor fast zwei Jahren gemeinsam konzipierten Informationssystems Bahn (ISBahn) sowie die in der Fachtagung im Oktober 2008 angeregte Weiterbildung des Fahr- und Servicepersonals von DB Regio in Bezug auf Anforderungen aus der Beförderung mobilitätseingeschränkter Fahrgäste.
Diskutiert wurden auch Schwerpunkte der Neuausschreibung im Bereich der S-Bahn Dresden durch den Verkehrsverbund Oberelbe (VVO).
DB Regio erklärte, dass die Einführung des ISBahn nunmehr im Sinne eines Modellprojektes unter Umgehung der Mitwirkung der MobiServZentrale von DB Station und Service für den Bereich der S-Bahn Dresden in eigener Regie erfolgen wird. Dazu sind die erforderlichen Voraussetzungen in der Leitstelle Leipzig geschaffen worden.
Ab Mitte des Jahres wird für den Bereich der S-Bahn Dresden die Möglichkeit bestehen, der Leitstelle über eine noch zu benennende Telefonnummer jeweils etwa 30 Minuten vor der gewünschten Abfahrt den Mitfahrwunsch sowie die erforderliche Hilfeleistung, u.a. das Bereithalten der fahrzeuggebundenen Überfahrbrücke/ Rampe, zu übermitteln.
Diese Anforderung wird die über die Leitstelle per Funk dem Fahrpersonal zugestellt.
Zugleich soll gewährleistet werden, dass der hilfedürftige Fahrgast im Ausnahmefall auch dann eine Unterstützung bekommt, wenn er ohne vorherigen Anruf die entsprechende Ruftaste an der für Mobilitätseingeschränkte vorgesehenen Fahrzeugtür betätigt.
Zur Information über das Verfahren wird gemeinsam der bestehende Flyer "Rampen bei der DB" aktualisiert und veröffentlicht.
Parallel dazu wird zur Qualifizierung des Fahrpersonals von DB Regio im Zeitraum März/ April eine gemeinsame Veranstaltung mit Vertretern ausgewählter Behindertengruppen mit dem Ziel durchgeführt, die aus dem beschriebenen Verfahren resultierenden Anforderungen an Hilfeleistungen für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste detailliert zu formulieren.
Auf dieser Grundlage wird DB Region bis Mitte 2009 interne Schulungen des Personals durchführen.
Konzipiert wurde, etwa ab Mitte Mai im Bereich der S-Bahn Dresden einen Testbetrieb zu ISBahn mit ausgewählten mobilitätseingeschränkten Fahrgästen durchzuführen und eine offizielle Nutzung ab Juli 2009 zu ermöglichen.
Auf Anfrage von DB Regio wurde seitens des Projektes "ÖPNV/SPNV für alle" erklärt, dass eine Zustimmung zur weiteren Nutzung der gegenwärtig bei der S-Bahn Dresden eingesetzten Fahrzeuge möglich ist, wenn das ISBahn zur Verfügung steht, die dazu formulierten Nutzungsbedingungen zuverlässig gewährleistet werden und einige technische Nachrüstungen erfolgen.
Letztere betreffen u. a. eine deutlichere Kennzeichnung der von mobilitätseingeschränkten Personen zu nutzenden Fahrzeugbereiche, insbesondere der dazu gehörenden Türen, sowie die akustische und optische Anzeige des Türschließvorganges.
DB Regio informierte über die Absicht, längerfristig für die Strecke Dresden - Leipzig neue Fahrzeuge zu beschaffen. In diesem Zusammenhang wurde von der Seite des Projektes u. a. angeregt, vom Hersteller eine technische Lösung für die Überfahrbrücken/ Rampen zu fordern, die eine Bedienung durch den mobilitätseingeschränkten Fahrgast selbst ermöglichen.
Dabei könnte zur Vermeidung von Missbrauch ggf. der Euroschlüssel eingesetzt werden, der von Fahrgästen mit erheblicher Mobilitätseinschränkung schon seit längerem u. a. zur Nutzung von Behindertentoiletten erworben werden kann.
Vereinbart wurde ferner, durch DB Regio zu prüfen, die vorgenannten Maßnahmen zur Gestaltung eines SPNV für alle in einem gemeinsamen Modellprojekt zusammenzufassen und damit die an den Freistaat zu stellenden Förderanträge zu begleiten.
Quelle: www.interreglife.org
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