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Karl Finke: „Bei Nichtüberweisung an Förderschulen topp - integrative Beschulung floppt“

Karl Finke

(gm/kf/bsk-pr) Der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Karl Finke, sieht Niedersachsen, nach Rheinland-Pfalz, bei der Nichtüberweisung behinderter Schüler an Förderschulen als bundesweit führend an. „Durch den Einsatz von sonderpädagogischen Kräften im Grundschulbereich erreichen wir, dass Kinder mit Behinderungen weit weniger überwiesen werden als in anderen Bundesländern“, sagte Finke.

Während Bremen eine Integrationsquote von über 45 Prozent habe, aber auch eine Überweisung zur Förderschule von rund 8 Prozent, habe Niedersachsen eine Integrationsquote von nur 4,7 Prozent, überweise jedoch lediglich 4,5 Prozent der Schüler mit Behinderungen an Förderschulen, so Finke. „In Niedersachsen wird durch gezielten Einsatz in den Grundschulen Förderbedarf frühzeitig erkannt und behoben, so dass ein Verbleib im allgemeinen Schulsystem gewährleistet ist.“

Landesbeauftragter Finke hält es generell für den richtigen Weg, von vornherein zu vermeiden, dass Schülerinnen und Schüler erst über Gutachten an Förderschulen überwiesen werden, um sie dann wieder zu integrieren. Zielführender sei es, über die schulische Grundversorgung und sonderpädagogische Förderung eine geringere Förderbedarfsquote zu erreichen.

„Unser Ziel bei den niedersächsischen Förderschülern muss es dennoch bleiben, ihre Integration ins allgemeine Schulsystem in den kommenden Jahren weiter zu steigern“, so Finke. Hier könne auch durch den Ausbau von Integrations- oder Kooperationsklassen und der Unterstützung der regionalen Kooperationszentren viel erreicht werden.

Die Erfolge bei blinden Schülerinnen und Schülern, von denen zurzeit rund 70 Prozent integrativ beschult werden, ermutigen dazu ebenfalls. Auch an der Hartwig-Clausen-Schule in Hannover für Hörbehinderte konnte sich der Landesbeauftragte davon kürzlich überzeugen, dass durch gezielte Fördermaßnahmen und ein regionales Konzept hörgeschädigte Schülerinnen und Schüler integrativ beschult werden können.

„So viel Integration wie möglich, so wenig Separierung wie nötig. Gelungene Integration bedarf aber immer auch des Sicherheitsnetzes durch spezifische Förderangebote“ so der Schulleiter Ulrich Hübner.

Um Stigmatisierungen zu vermeiden und das soziale Miteinander zu fördern, müssten alle Schülerinnen und Schüler eines Bezirks an einer Schule unterrichtet werden, sagte Karl Finke.