(dpa/bsk-pr) Die milliardenschweren Konjunkturprogramme sollten aus Sicht der Behinderten auch dazu genutzt werden, bauliche Hindernisse etwa für Rollstuhlfahrer in öffentlichen Einrichtungen zu beseitigen. «Barrierefreiheit nützt allen», sagte die Geschäftsführerin des Landesverbandes für Körper- und Mehrfachbehinderte Baden-Württemberg, Jutta Pagel-Steidl, am Mittwoch in Stuttgart. «Deshalb müssen Bahnhöfe, Busse und Bahnen, Schulen und Hochschulen, Museen, Schwimmbäder und Sporthallen, Gaststätten und Hotels, Arztpraxen und Kliniken sowie Wohnungen dem Bedarf älterer und behinderter Menschen angepasst werden.»
Investitionen in Klimaschutz und Energieeinsparung stünden hoch im Kurs. Dagegen werde der Abbau von baulichen Hindernissen noch immer sehr stiefmütterlich behandelt, kritisierte Pagel-Steidl. Als ein Beispiel nannte sie den Umbau der alten Staatsgalerie in Stuttgart, wo aus Kostengründen auf einen neuen Aufzug verzichtet worden sei. Beim Bahnhof in Oberkochen (Ostalbkreis) sei ein stufenloser Zugang beseitigt und durch Treppen ersetzt worden. Die Behindertenverbände seien mit einer Klage dagegen vor dem Bundesverwaltungsgericht gescheitert.
Pagel-Steidl schlug vor, die Förderprogramm zur Energieeinsparung mit Anreizen zu verbinden, in den Gebäuden für Barrierefreiheit zu sorgen. Die eingesetzten Steuermittel müssten in gleichem Maße Menschen mit und ohne Behinderung nützen.
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