(ots/bsk-pr) "Solche Fotos von mir habe ich noch nie gesehen", gesteht der Medienmann Prof. Dieter Stolte, früher ZDF-Intendant. Und Karl Kardinal Lehmann liefert die Erklärung, warum ihn diese Art der Fotografie überzeugt hat: "Weil sie den Menschen in den Mittelpunkt stellt!" Ob Lehmann, Stolte, Bundesarbeits- und sozialminister Olaf Scholz sowie andere Prominente, sie alle schenken dem ungewöhnlichen Bildband "Freiraum - Perspektive Mensch" ihr Gesicht. Ebenso wie die wirklich stillen Stars dieses Buches: Behinderte.
Genau dies ist die wichtigste Zielsetzung dieser von der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen (BAG:WfbM) herausgegebenen Publikation. Fotograf Werner Feldmann verrät: "Wir wollten Menschen mit geistigen und körperlichen Handicaps sowie Zeitgenossen ohne Behinderung zu gleichgestellten Gesprächspartnern machen." Das Buch lässt die oftmals trennende Differenzierung weitgehend schwinden.
Pointierte Fragen, sprechende Gesichter - es ist das Konzept dieses bislang so nicht existenten Bildbandes. Und gleichzeitig die Idee der von Werner Feldmann entwickelten so genannten "Face it"-Methode. Auslöser war die reichhaltige Mimik, die er bei seiner Porträtfotografie feststellte.
In dem Journalisten Hermann-Josef Berg fand der Fotograf einen Partner, der diese Aufnahmemethode verinnerlichte und die Fragetechnik verfeinerte. Mittlerweile existieren über 500 "Face it"-Interviews. Dazu waren sie nicht nur bei Prominenten und Behinderten, sondern auch in Unternehmen und Behörden, bei Menschen in unterschiedlichen sozialen Bereichen. 60 dieser "nonverbalen Interviews" (weil die Antworten stumm sind) wurden in dem Werk zusammengefasst.
Der Grafiker Stephan Schelenz hat die ausgewählten Fotos geschickt und eindrucksvoll positioniert. So lässt sich auf 160 Seiten nachschauen und -lesen, was menschlicher Freiraum aus der Perspektive unterschiedlicher Menschen bedeutet.
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