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Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen"

"UN-Konvention verbrieft erstmals Rechte von Menschen mit Behinderungen“

(as-dh/bsk-pr) „Der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen wird in vielen Ländern der Welt dazu genutzt, um die Ziele einer selbstbestimmten und gleichberechtigten Teilhabe am Leben in der Gesellschaft von Menschen mit Behinderungen ins öffentliche Bewusstsein zu rufen“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Arbeit und Soziales und Beauftragter der Landesregierung für die Belange behinderter Menschen, Dieter Hillebrand, am Dienstag (2.12.) anlässlich des Gedenktages, der am 3. Dezember begangen wird. Für den Staatssekretär ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen ein wichtiges Zeichen für Integration und gegen Diskriminierung. Er forderte zu einem offenen Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung auf.

„Die schwierigsten Barrieren für eine inklusive Gesellschaft und damit für eine gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung bestehen nicht an Bahnsteigen, Bordsteinkanten oder an Stufen sondern in den Köpfen. Durch ein offenes und unkompliziertes Miteinander lässt sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung ein hohes Maß an Normalität erreichen. Aktionen wie der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen leisten dazu einen unverzichtbaren Beitrag“, so Hillebrand.

Menschen mit Behinderungen sind im Alltag mit zahlreichen Benachteiligungen konfrontiert. Dadurch wird ihre gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft und vor allem an der Teilhabe am Arbeitsleben erschwert. Der Gedenktag soll auf diese Probleme aufmerksam machen und Impulse an alle gesellschaftlichen Kräfte geben, sich mit der besonderen Situation von behinderten Menschen auseinanderzusetzen. „Nichts wäre schöner, als wenn der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen immer mehr zu einem sichtbaren Zeichen für gelebte Integration in allen Lebensbereichen werden würde“, betonte der Staatssekretär.

Ein wichtiger Meilenstein sei hierbei die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Sie verbriefe erstmals gleichberechtigte Teilhabe für einen Großteil der weltweit mehr als 650 Millionen behinderten Menschen. Von den bundesweit 6,9 Millionen schwerbehinderten Menschen leben rund 780 000 in Baden-Württemberg. „Die UN-Konvention bringt klar zum Ausdruck, dass Menschen mit Behinderungen gleiche Rechte haben. Dies ist ein großer Fortschritt für die internationale Staatengemeinschaft und bestätigt die Landesregierung in ihrer aktiven Politik für eine selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe. So haben die baden-württembergischen Kreise seit dem Rechtsanspruch auf Teilhabeleis­tungen in der Form des Persönlichen Budgets ab 1. Januar 2008 im ersten Halbjahr 2008 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 62 Prozent mehr solcher Budgets bewilligt. Das Persönliche Budget ist ein Meilenstein für ein Mehr an Selbstbestimmung und Teilhabe. Bei den weiteren Beratungen der Ratifizierung der UN-Konvention werde ich mich konsequent dafür einsetzen, dass das zur Stärkung der Rechte von behinderten Menschen notwendige Gesetz zu Beginn des neuen Jahres in Kraft treten kann“, sagte Hillebrand.

Für den Staatssekretär ist Integration nicht nur eine Sache des Staates. „Wir alle, Staat, Kommunen, Kirchen, Vereine, Verbände, Me­dien und jede oder jeder Einzelne tragen Verantwortung dafür, dass Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben „Mitten­drin statt außen vor“ führen können. Integration muss aktiv gelebt werden und bedeutet auch, ge­sellschaftliche Veränderungen im Denken und Handeln an­zustoßen. „Die beste Integration lässt Ausgrenzung erst gar nicht zu.“ Es müsse für jeden Einzelnen selbstverständlich sein, dass Menschen mit Behinderungen in die Mitte einer Gesellschaft gehören. „Dies beginnt bei der gemeinsamen Erziehung und Bildung von behinderten und nicht behinderten Kindern und Jugendlichen und geht bis hin zum Leben im Ort in Mitten unserer Städte und Gemeinden, Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt und einer selbstbestimmten Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft“, sagte der Staatssekretär abschließend.