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"Das war mein schönster Tag"

Dzemil Hot in der Schule

BSK-Bereich Mittelmosel und Förderverein Grundschule Zeltingen-Rachtig organisierten Benefiz-Veranstaltung: Mit einem Teil aus dem Erlös ihrer jährlichen Sternwanderung haben die Schüler der Grundschule Zeltingen-Rachtig einem schwer körperbehinderten Jugendlichen eine große Freude gemacht.

(tv-urs/bsk-pr) Die Schüler der Schwerpunktschule Zeltingen-Rachtig haben einem schwer körperbehinderten 17-Jährigen einen außergewöhnlichen Tag beschert. Mit einem Teil aus dem Erlös ihrer jährlichen Sternwanderung, haben sie dem an einer schweren Muskelerkrankung leidenden Jungen zwei Wünsche erfüllt: Er kann sich nun neue Kleidung und ein Computer-Spiel kaufen. Das Geld hat er bei einem Treffen in der Schule erhalten.

Den Kontakt zu Dzemil Hot hatte der Förderverein der Grundschule über den BSK-Bereich Mittelmosel hergestellt. Die Schule ermöglicht auch Kindern mit Beeinträchtigungen den Schulbesuch vor Ort. "Bisher haben wir ein Kind im Ausland gefördert", sagte Norbert Edlinger, 2.Vorsitzender des Fördervereins der Schule.

Als er Anita Reichert vom Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK), Bereich Mittelmosel e.V., kennengelernt habe, sei die Idee geboren worden, ein Kind in Deutschland zu unterstützen. Mittlerweile ist der Förderverein Mitglied des BSK, über den weitere Initiativen geplant sind. Die Schüler würden sich auf diese Weise schwerer Schicksale bewusst, mit denen sie sich auch auseinandersetzen, begründet Vorstandskollegin Dorothee Kappes.

Die Beförderung von Dzemil von seinem Heimatwohnort Bobstadt zu den Schülern der Grundschule an die Mosel und zurück übernahm Anita Reichert vom BSK-Bereich Mittelmosel im behindertengerechten Fahrzeug.
 
Dass sie sich intensiv mit ihrem Gast beschäftigt haben, beweisen die Fragen, die Schüler der Klasse 4b stellvertretend für ihre Mitschüler an ihn stellen. Nach kurzer musikalischer Begrüßung wollen sie vor allem etwas über den Tagesablauf des im Kosovo geborenen Dzemil wissen. Denn der Jugendliche ist nicht nur auf einen Rollstuhl angewiesenen, sondern muss auch mit einer eingeschränkten Lebenserwartung leben. Seinen Tag bestimmen daher in erster Linie die Pflegedienst-Besuche.
 
Umso mehr weiß er aber die Spaziergänge mit seiner Mutter zu genießen, die mit ihm und zwei jüngeren Töchtern in der Nähe von Worms lebt. Abgesehen davon liebt Dzemil, dessen Vater vor zwei Jahren gestorben ist, Hip-Hop-Musik und Playstationspiele. Der Schulbesuch sei ihm aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich. Probleme habe er damit aber nicht: "Ich nehme alles so, wie es ist." Den Grundschülern versichert er: "Das hat mich gefreut. Ihr wart richtig gut."
 
Schulleiter Daniel Gräff wünscht sich, dass der Kontakt zu Dzemil bestehen bleibt. Ihn würde zum Beispiel interessieren, wie dem Älteren die von Viertklässlern zusammengestellten zwei CDs gefallen.
 
Dass die Schüler offensichtlich "zu der Sache stehen", ist für Anita Reichert, der Vorsitzenden des BSK Bereich Mittelmosel, nicht selbstverständlich. Ihren ausdrücklichen Dank verbindet sie allerdings mit der Hoffnung, dass möglicherweise weitere Schulen diesem "vorbildlichen" Engagement nacheifern. Die Freude hielt bei Dzemil noch lange an: Auf der Heimfahrt bestätigte er Anita Reichert "Das war mein schönster Tag".

Dzemil wird von den Schülern begrüßt Dzemil kauft sich eine Jacke