(dpa/bsk-is) - Seit 44 Jahren werben - von den USA ausgehend -
weltweit Regierungen und Blindenorganisationen am 15. Oktober, dem
«Tag des weißen Stockes», um besondere Rücksichtnahme auf blinde
Menschen im Straßenverkehr. 1964 proklamierte US-Präsident Lyndon B.
Johnson diesen Tag, der rasch in anderen Ländern Nachahmung fand, um
die Bedeutung des weißen Stockes als wichtiges Hilfsmittel und
amtlich anerkanntes Schutzzeichen der Menschen ohne Augenlicht
außerhalb ihrer Wohnung hervorzuheben.
Nach Schätzungen der Weltgesundheitsbehörde (WHO) leben in der
Welt derzeit mehr als 50 Millionen blinde Menschen. In Deutschland
verpflichtet Paragraf 2 der Straßenverkehrszulassungsordnung allein
gehende Blinde, sich zum eigenen Schutz und zur Vermeidung von
Gefahren für andere entweder durch gelbe Armbinden mit drei schwarzen
Punkten oder den weißen Stock kenntlich zu machen.
An die Nichtbehinderten richten die Blindenverbände den Appell,
Menschen mit weißem Stock, die ohne Begleitung sind, zu fragen, ob
man ihnen helfen könne. Im Straßenverkehr gibt es den weißen Stock
seit 75 Jahren. Im Februar 1931 überreichte in Paris Gräfin Guilly d'
Herbemont bei einer Feier dem Präsidenten der französischen
Blindenorganisationen die ersten Exemplare. Der Stock ist von einem
weißen Stab abgeleitet, den französische Polizisten zum Regeln des
Straßenverkehrs verwandt hatten.
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