Daheim statt Heim

1. Sieger
Barrierefreies Ehrenamt
powered by
barrierefrei.de

Daheim statt Heim

Bundesinitiative "Daheim statt Heim" auf MAIK vertreten

(ots/bsk-pr) Der erste Münchner außerklinische Intensiv Kongress (MAIK) vereint die Kompetenzen aller Berufsgruppen, die sich mit der außerklinischen Betreuung von Menschen befassen, deren Körperfunktionen einer erheblichen medizinischen Unterstützung bedürfen. Die Bundesinitiative "Daheim statt Heim" ist ebenfalls auf dem Kongress vertreten. Die Initiative hat sich zum Ziel erklärt, behinderten und älteren Menschen die Möglichkeit zu geben, im Gemeinwesen oder der Familie zu leben und somit das Recht auf Eigenständigkeit und Selbstbestimmung zu erfüllen. "Dass sich diese pflegebedürftigen Menschen nach den eigenen vier Wänden sehnen, wird immer wieder in Gesprächen deutlich, denn nur daheim können sie selbstbestimmt leben", erklärt Silvia Schmidt, Behindertenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion.

"Daheim statt Heim" plädiert für:

  • Baustopp von neuen Heimen
  • Abbau bestehender Heimplätze
  • flächendeckenden Aus- und Aufbau individuell- und bedarfsdeckender vernetzter Unterstützungsangebote für ältere und behinderte Menschen,
  • Garantie der Wahlmöglichkeiten der Betroffenen
  • Gewährleistung des Grundsatzes "Daheim statt Heim" in allen gesetzes- und verwaltungstechnischen Regelungen,
  • Beteiligung der Betroffenen an dem Reformprozess nach der Devise "Nichts über und ohne uns".

Eine Vielzahl internationaler Beispiele belegt, dass behinderte und ältere Menschen so lange wie möglich in ihrer eigenen Wohnung leben wollen und können. "Jeder Mensch sollte dort sein, wo er selbstbestimmt leben kann. Deshalb sollte ambulante Pflege auch in Deutschland für jeden Menschen gewährleistet sein", so Silvia Schmidt. Dieses Ziel untermauert auch das Sozialgesetzbuch IX und ersetzt den Fürsorgegedanken durch den Teilhabegedanken. "Dieser Paradigmenwechsel verlangt, dass wir miteinander nach einer Umsetzung der Menschen- und Bürgerrechte suchen", sagt Schmidt.

Die Institution "Daheim statt Heim" verlangt eine Einbeziehung behinderter Menschen von Anfang an - so auch im Kindergarten und in der Schule. "Behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene dürfen nicht der Chance beraubt werden, gleichwertig mit nicht behinderten Menschen aufzuwachsen", so Schmidt weiter. "Um eine Integration und Inklusion von Anfang an zu erreichen, müssen die gesetzlichen und verwaltungstechnischen Rahmenbedingungen auf europäischer, Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene dementsprechend umgestaltet werden." Weitere Informationen zur Bundesinitiative "Daheim statt Heim" erhalten Interessenten vom 31.10. bis zum 1.11. auf dem Münchner außerklinischen Intensiv-Kongress 2008.