zehn Jahre Protesttag

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zehn Jahre Protesttag

Aktion Mensch: Zehn Jahre Protestaktionen

Rund 200 Vertreter von Verbänden und Einrichtungen der Behindertenbewegung, folgten der  Einladung der Aktion Mensch zur Tagung und Workshops „10 Jahre 5. Mai“ nach Berlin.

Kisten

(bsk-pr) „Das Thema Behinderung ist in der Bevölkerung angekommen“ lautete das Fazit von Heike Zirden, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit bei der Aktion Mensch, rückblickend auf zehn Jahre Protesttag-Aktionen.

Gleich zu Beginn ihrer Rückschau auf die verbandsübergreifenden Kampagnen unter der Federführung der Aktion Mensch präsentierte sie den Teilnehmern der Jubiläumstagung sechs prall gefüllte Kisten mit 36.000 Unterschriften.

Sie sind das Ergebnis des diesjährigen europäischen Protesttages, bei dem die Bevölkerung der Ratifizierung der UN-Konvention im Rahmen einer Unterschriftensammlung Nachdruck verleihen sollte.

Vorgesehen war, dass die Unterschriften der Behindertenbeauftragten der Bundesregierung, Karin Evers-Meyer im Rahmen der Feier überreicht werden. Daraus wurde jedoch nichts. Weder das Arbeitsministerium noch das Büro der Behindertenbeauftragten, waren bereit, einen Vertreter zur Entgegennahme der Unterschrifteb in der Berliner Heilig-Kreuz-Kirche zu entsenden. "Das werden wir schnellstmöglich nachholen", versprach Zirden.

Unbeeindruckt vom Desinteresse der Behindertenbeauftragten und des Ministeriums zeigten sich die Aktivisten entschlossen, auch weiterhin  gemeinsamen für eine Teilhabe behinderter Menschen in der Gesellschaft zu arbeiten.

„Wenn es uns gelingt, dass behinderte Menschen selbstverständlich dabei sind, ist das Ziel erreicht“, sagte Ottmar Miles-Paul, Behindertenbeauftragter in Rheinland-Pfalz, in der Podiumsdiskussion.  „Den Weg mitten in die Gesellschaft zu finden, ist auch künftig unsere große Herausforderung“.

In ihrer Rückschau ging Heike Zirden auf bedeutende Stationen des europäischen Protesttages ein. „Mit der Vernetzung der Verbände und Vereine im Rahmen der Kampagne begann vor zehn Jahren eine neue Form der Zusammenarbeit auf sozialpolitischer Ebene“.

heike und ottmar

Fortan wurde „Behinderung stärker als politisches Thema wahrgenommen“, so Zirden. Mit der Namensänderung von "Aktion Sorgenkind" in "Aktion Mensch" vollzog sich auch intern ein Paradigmenwechsel.

Klaus Lachwitz, Justitiar bei der Bundesvereinigung Lebenshilfe, war an der Erarbeitung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung unmittelbar beteiligt und erläuterte den Teilnehmern die Schwerpunkte des Übereinkommens und die Verantwortung jedes Staates durch der Ratifizierung.

Als Schlüsselartikel hob er die Barrierefreiheit hervor: „Überall dort, wo Benachteiligungen eines Menschen die Hilfe notwendig macht, greift der Artikel 9. Darin verpflichtet sich der Staat, geeignete Maßnahmen zu treffen um Hindernisse und Zugangsbarrieren zu beseitigen“. 

Am zweiten Veranstaltungstag erarbeiteten die Teilnehmer, darunter auch die BSK-Aktivisten Anette Werner, Selbsthilfe Körperbehinderter Göttingen und Jürgen Krause, Kontaktstelle Hannover, in Workshops die Schwerpunktthemen für die kommenden Protestaktionen im Mai 2009. Dabei sollen die Auswirkungen der Ratifizierung der UN-Konvention durch Deutschland im Vordergrund stehen.

Foto oben: (von links) Stefanie Wulff, Susanne Klaus, Pamela Müller und 36.000 Unterschriften, die nicht abgeholt wurden
Foto unten: Heike Zirden und Ottmar Miles-Paul im Podium

Bildergalerie:

Rückblick auf 10 Jahre 5. Mai Dr. Sigrid Arnade Teilnehmer im Gespräch Plenum podium Workshop 1ergebnisse was hat sich in zehn jahren geändert? Präsentation Ergebnisse