(ots/bsk-pr) Seit dem 28. August 2008 ist es soweit. Nach der erfolgreichen Premiere in Berlin nimmt der kostenlose Fahr- und Begleitservice für Blinde der Gemeinschaft deutscher Blindenfreunde (GDB) nun auch in Köln "Fahrt auf". Damit schließt sich für Blinde und hochgradig Sehbehinderte im Großraum Köln eine Versorgungslücke. Denn neben der Beförderung beinhaltet der kostenlose Service auch die Unterstützung durch einen Sehenden nach dem "Vier-Augen-Prinzip": Wichtig in unterschriftspflichtigen Situationen, wie bei Behördengängen, Terminen bei Banken, Versicherungen oder Anwälten. Unterstützt wird das Projekt von dem Kölner Schauspieler und Quiz-Taxi-Master Thomas Hackenberg.
In der Bundesrepublik Deutschland leben mehr als 650.000 blinde und sehbehinderte Menschen. Auf Grund zahlreicher Vorerkrankungen nimmt die Zahl kontinuierlich zu. Ein Großteil der Betroffenen ist älter als 60 Jahre, 69% aller Betroffenen sind altersblind. Gerade der Zusammenprall von Alter und Sehbehinderung ist ein gravierender Einschnitt im Leben, der nicht selten zum Verlust der Autonomie und Mobilität führt und den Rückzug aus dem sozialen Leben zur Folge haben kann.
Der Kölner Fahr- und Begleitservice der GDB unterstützt Blinde und Sehbehinderte bei der Bewältigung Ihres Alltages. Ziel ist nicht nur, die Mobilität zu erhalten, sondern - wenn gewünscht - Menschen mit Handicap mehr Sicherheit im Alltag zu geben: Denn viele unterschriftspflichtige Sachverhalte - wie Formular- und Vertragsunterzeichnungen bei Behörden, Banken oder Versicherungen - können durch eines Sehenden abgesichert werden. Unterstützung, die aber aufgrund fehlender sozialer Kontakte oft nicht gegeben ist. "Die positive Resonanz auf das erste Berliner Blindenmobil, das nach dem Vereinsgrundsatz "Sehende helfen Blinden" funktioniert, hat uns gezeigt, das der Service genau auf die Bedürfnisse sehbehinderter Menschen zugeschnitten ist. Wir freuen uns, dass unser Fahr- und Begleitdienst zukünftig auch die Lebensqualität blinder Kölner steigern wird." erläutert Thorsten Bräuer, Geschäftsführender Vorstand der GDB die Idee des Projekts.
Der Blindenfahrdienst Köln wird voll durch Spenden finanziert und ist ab dem 28. August unter der Hotline-Nummer 0151-17209279 erreichbar. Neben Berlin und Köln sollen zukünftig auch weitere deutsche Großstädte von dem Fahr- und Begleitservices der GDB profitieren.
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