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Diakonie geht neue Wege in der Behindertenhilfe

(dpa-lsw(/bsk-pr) Die Beratung von Menschen mit Behinderungen und ihrer Angehörigen muss aus Sicht der württembergischen Diakonie deutlich verbessert werden. Dies zeigt die hohe Beteiligung an einem seit drei Jahren laufenden Projekt, bei dem die Betroffenen eigenständige Wohnformen ausprobieren, an Wohntrainings teilnehmen und in Jobs außerhalb der Behindertenwerkstätten arbeiten konnten.

"Erstaunlich ist, dass auch Menschen mit Behinderung, die schon seit Jahren in der klassischen Form der Heimbetreuung mit Rundumversorgung waren, die Beratungsstellen aufgesucht haben", sagte Christa Heilemann, Dezernentin für Jugend und Soziales des Landkreistages Baden-Württemberg.

So hätten 111 Menschen am Wohntraining teilgenommen und mehr als die Hälfte von ihnen wohne nun allein, mit Partner oder in einer Wohngemeinschaft. Aber auch in der Gesellschaft sei ein Umdenken notwendig. Nicht nur die Menschen mit Behinderungen müssten qualifiziert werden, sondern alle Bürger, um das Zusammenleben zu ermöglichen.

Das Projekt soll fortgeführt und ausgebaut werden. Es wird nach den Worten Heike Baehrens, Kirchenrätin und Vorstandsvorsitzende der Diakonie Württemberg, im Rahmen der bisherigen Eingliederungshilfe finanziert. Allerdings stünden die Beratungsangebote auf wackligen Beinen. «Wir müssen viel mehr ausprobieren und die Angebote auf individuelle Situationen zuschneiden», so Baehrens.