(swa-pw/bsk-pr) Im Villinger Bahnhof war am Samstag, 5.7.08, ein schönes Fest geplant. Im Lauf desselben sollte ein Intercity-Express (ICE) der neuen Generation auf Gleis eins einfahren und unter dem Beifall vieler geladener Gäste auf den Namen "Villingen-Schwenningen" getauft werden, - auf dass er in ganz Deutschland Werbung mache für die hübsche Doppelstadt am Rande des Schwarzwalds. Doch es kam anders:
Oberbürgermeister Rupert Kubon und Werner Klingberg, der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG für Baden-Württemberg, haben die Gäste kurzfristig "aufgrund aktueller Ereignisse" wieder ausgeladen. Weder Bahn noch Stadt nehmen Stellung dazu, doch es gibt wohl nur einen Grund für diesen Rückzieher: Rollstuhlfahrer wollten in einer kleinen Demonstration mit Transparenten darauf aufmerksam machen, dass der Villinger Bahnhof für Behinderte unüberwindbare Hindernisse birgt. So sind die Gleise zwei und drei für Rollstuhlfahrer unerreichbar, weil nur steile Treppen dorthin führen.
Darauf hatte die ehrenamtliche Behindertenbeauftragte der Stadt, Christa Lörcher, kurz zuvor in einer Gemeinderatssitzung hingewiesen. Das brachte die CDU-Rätin Renate Breuning auf die Idee, Rollstuhlfahrer könnten die Zugtaufe nutzen, um bei den Gästen für einen barrierefreien Umbau zu werben.
Offenbar legt die Bahn aber keinen Wert auf derlei Hinweise, was nicht heißt, dass sie sich der Problematik verschließt. Im Gegenteil: Immer mehr Bahnhöfe werden behindertengerecht umgebaut. Auch der Villinger steht im Bundesverkehrsministerium ganz oben auf der Liste. In einem Gespräch mit der Parlamentarischen Staatssekretärin des Ministeriums, Karin Roth (SPD), hat Kubon erfahren, dass der Umbau des Bahnhofs im Entwurf des Modernisierungsprogramms mit 3,9 Millionen Euro veranschlagt sei. Über das Programm wird im Oktober entschieden.
2010 eröffnet in der Doppelstadt die Landesgartenschau. Da wäre es doch schön, wenn der ICE "Villingen-Schwenningen" auch rollstuhlfahrende Gäste in die Stadt bringen würde, und die dann bequem in Aufzügen von den Gleisen gebracht werden könnten. (Artikel aus der Südwest-aktiv-Presse/Petra Walheim)
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