Spenden für integrative Schulen

Spenden für integrative Schulen

01.04.2008 (kobinet/bsk-cr) Zwei integrative Schulen in Friesland erhielten heute Spenden von jeweils 500 Euro überreicht von der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Karin Evers-Meyer. Zur Verfügung gestellt hatte sie der Lions Club Schortens.

Schulleitung, Lehrer und Politiker der Astrid-Lindgren-Schule in Zetel und der Grundschule am Harlinger Weg in Jever hätten es ermöglicht, dass behinderte und nicht behinderte Kindern gemeinsam zur Schule gehen könnten, so Evers-Meyer. "Damit setzen sie ein wichtiges Zeichen gegen das in Deutschland nach wie vor übliche schulische Aussortieren".

Die individuelle Förderung aller Kinder steht für die Behindertenbeauftragte "im Mittelpunkt einer zukunftsfähigen Schulpolitik - unabhängig ob es sich um behinderte oder nicht behinderte Kinder handelt". Es sei wichtig, dass "die individuelle Förderung dem Kind folgt und nicht umgekehrt. Muss ein Kind die Regelschule verlassen, wird es dieses Stigma nicht mehr los. Erfolgreiche Integration auf dem Arbeitsmarkt ist dann nahezu unmöglich. Mehr als 90 Prozent der Kinder, die eine Förderschule besucht haben, gehen sofort in eine Werkstatt für behinderte Menschen".

In Deutschland würden nur rund 13 Prozent der behinderten Kinder gemeinsam mit nicht behinderten Kindern die Schule besuchen. In anderen europäischen Ländern seien dies ungleich mehr. "Diese Situation ist nicht nur beschämend für Deutschland, sondern das ist ein Grundübel in einer Wissensgesellschaft im 21. Jahrhundert. Von individueller Förderung profitieren am Ende alle Kinder. PISA macht dies immer wieder deutlich. Nur in Deutschland scheint niemand die richtigen Lehren daraus zu ziehen", erklärt Evers-Meyer.

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